Twitter – Chance und Risiko

Die sozialen Medien und insbesondere Twitter bieten eine große Chance für Redaktionen: Viele Geschichten lassen sich dort mit vergleichsweise geringem Aufwand aufspüren – und das geht oft schneller als bei den Nachrichtenagenturen. Das Problem: Ein großer Teil dessen, was wir bei Twitter finden, ist Murks.

Um Twitter für Redaktionen im Alltag als Quelle nutzbar zu machen, sind zwei Dinge wichtig:

  • Der Flut Herr werden. Genau wie in unseren Agentursystemen werden wir auch bei Twitter von Informationen überrannt – hier dann sogar noch mit der Schwierigkeit, dass wir nahezu unendlich viele unterschiedliche Absender haben. Es gilt also, den Strom zu filtern – und schnell das zu finden, was die Redaktion weiterbringt.
  • Fakes enttarnen. Viele Geschichten bei Twitter sind zu interessant, um wahr zu sein. Böswillige Fakes und versehentliche Irrtümer von den für uns relevanten Dingen zu trennen – das ist die zweite große Herausforderung im Umgang mit Twitter.

In meinen Twitter-Workshops gebe ich den Teilnehmern das dazu notwendige Handwerkszeug mit. Dabei ist es unerheblich, ob wir ganz von vorne anfangen oder ob schon Vorkenntnisse vorhanden sind.

Twitter mal übersichtlich

Twitter: Mit den richtigen Tools endlich übersichtlich

Für den SWR habe ich Redakteure aus unterschiedlichen Bereichen im Umgang mit Twitter geschult. Dabei ging es sowohl um grundlegende Kenntnisse darüber, wie Twitter funktioniert, als auch darum, Twitter als Quelle für Redaktionen nutzbar zu machen und somit noch mehr Geschichten zu entdecken, die uns sonst entgehen könnten – oder die wir sonst später durch Agenturen oder Mitbewerber entdecken würden.

Bei einer Tagung des Instituts für Rundfunkökonomie der Universität Köln habe ich dem Publikum erklärt, wie SWR und RBB Twitter als Quelle nutzen und ihre Inhalte dort ausspielen – und wie wir Fakes erkennen.

 

Twitter als Ausspielweg

Twitter eignet sich natürlich auch als Plattform, um die eigenen Inhalte zu verteilen. Dabei ist zu bedenken:

  • Die Reichweite von Twitter in Deutschland ist begrenzt. Bei uns ist Twitter nie zu einem Massenmedium geworden, sondern wirkt auf die junge Zielgruppe oft wie ein berufliches Netzwerk. In Deutschland tummeln sich bei Twitter überdurchschnittlich viele Journalisten – was nicht schlimm ist. Nur darf man eben nicht erwarten, bei Twitter massenweise Nutzer anzusprechen, die man auf anderen Wegen nicht erreicht.
  • Twitter ist Twitter ist Twitter. Wie jedes soziale Medium hat auch Twitter seine eigene Anmutung entwickelt. Das reicht von der allgemeinen Ansprechhaltung über die Verwendung und Nicht-Verwendung von Hashtags bis zu einer sehr eigenen Themendynamik. Wer total aus dem Rahmen fällt, läuft Gefahr, sich lächerlich zu machen.

Wer das – und noch mehr – beachtet, kann bei Twitter viele Follower gewinnen und seinen Geschichten eine größere Reichweite verschaffen. Dabei kann ich Ihnen helfen.

Beim SWR habe ich vor einigen Jahren den sogenannten Social Media Desk mitentwickelt – eine Einheit, die Inhalte mehrerer Redaktionen des SWR über Twitter ausspielt und zugleich die sozialen Medien im Auge behält, um neue Geschichten aufzuspüren und diese an die entsprechenden Redaktionen weiterzugeben. Da der Desk auch den Twitter-Account @SWRaktuell (damals SWRinfo) betrieb, gehörte auch der Nutzerdialog zum Aufgabenbereich – das war spannend! Wir haben mehrere Monate lang getestet und geschraubt, bis wir zu unserem eigenen Stil gefunden haben. Seitdem wächst der Account kontinuierlich.

Kann ich Ihnen beim Thema Twitter helfen? Melden Sie sich gern bei mir.